Das Interview wurde im Februar 2015 geführt. Ewa N. ( 22 J. ) ist Kunststudentin und Escort in Berlin.

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Berliner Celeb Journal (BCJ): Danke, dass Du trotz Kälte und Schnee es hierher zum Interview geschafft hast. ( Café „Lass uns Freunde bleiben“ Anmerkt. der Redaktion).

Ewa: Wir Polinnen sind ja Kälte gewohnt… Und wissen wie wir die Umgebung erwärmen können. Die Sachen müssen einfach nur eng genug sitzen. Du willst jetzt sicher wissen, wie ich zu diesem Nebenjob gekommen bin. Also soviel vorweg: Es war nicht bloße Neugier, Männern gegen Bezahlung den Kopf verdrehen zu dürfen. Es gab auch keinen Jimmy hinter mehr, der mich zu Irgendwas gezwungen hatte. Oder die berühmte Freundin, die mir diese Nebentätigkeit empfahl… Ich wollte mir einfach eine Möglichkeit schaffen, meine Studiumskosten, für die meine Eltern so hart hatten arbeiten müssen, zurückzahlen zu können. Weil mit der Kunst kann das ja bekanntlich dauern. Ich habe leider für meine Bilder noch keinen Galeristen gefunden… hier in Berlin.

Ewa's opinion about too many questions

Ewa’s opinion about too many questions!

BCJ: Aber deine Eltern wissen sicher nicht…?

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Ewa: Nein natürlich nicht. Was denkst du?. Sie sind super katholisch. Würden durchdrehen, wenn sie davon wüssten. Deshalb auch keine Photos. Ihr wisst ja, das Netz ist überall und vergisst nichts. Aber dieser Escort Job läuft wirklich super hier. Im Schnitt zwei Klienten die Woche macht 1000-2000 Euro. Brauch‘ höchstens noch ein halbes Jahr, dann habe ich das Geld zusammen.

A tree pregnant in the 7 th

A tree pregnant in the 7th.

BCJ: Klingt ja, als wenn Escort der Easyjob schlechthin wäre. Da gab es doch sicher auch mal, sagen wir, schwierige Kunden oder Situationen?

Ewa: Sicher, so was kommt vor. Aber bei mir Gott sei dank noch nicht.

BCJ: Und wie sind sie sonst so, deine “ Klienten“? Ich nehme mal nicht an, dass bei den Preisen auch Studienkollegen oder Jungverdiener zu ihnen gehören?

Ewa: Du hast recht. Meistens Ende 30 bis Mitte 50. Manager, Banker, mehr oder weniger bekannte Schauspieler, Unternehmer etc. Aber sind alle top gepflegt , sehr charmant, überhäufen dich mit kleinen Geschenken. Sind einfach glücklich mit einer jungen, spannenden Studentin den Tag oder die Nacht zu verbringen. Meist begleite ich sie nur zu Events, wir gehen was Essen oder Trinken. Und ich darf selbst entscheiden, ob noch mehr daraus wird?

BCJ: Das heißt, deine Kunden dürfen nur hoffen, dass sie mit dir auch Sex haben dürfen?

Ewa: Exakt. Mein Typ ist wohl gerade sehr beliebt, junge Studentin und so. Ist eben was anderes als Mami oder die nörgelnde Geliebte zu Hause. Jedenfalls sagen die Männer mir das immer. Manchmal wollen die echt bloss reden, über ihren Job, über ihre Probleme etc. Und wenn mich einer anturnt, dann kann natürlich auch viel mehr passieren. Aber Einzelheiten gibt’s hier nicht. Das ist und bleibt SECRET.

BCJ: Schade, aber verständlich. Eine Frage hätte ich aber noch. Hübsch wie du bist, ist es unvorstellbar, dass du keinen Freund hast. Und wenn dem so ist, was sagt er zu deinem, sagen wir mal, nicht ganz gewöhnlichen Nebenjob?

Ewa: Fiese Frage. Für das Kompliment erstmal danke. Aber ich habe tatsächlich keine feste Beziehung. Das heißt, ich date seit ein paar Monaten einen Typen. Er heißt Phil, soviel darf ich verraten. Der ist echt süss… aber… na ja … feste Beziehungen sind bei mir so ne Sache. Beziehungsphobie, you know! Doch das ist ein anderes Thema… Und das bleibt vorerst ein Geheimnis.

BCJ: Soll heißen, wir bekommen möglicherweise nochmals ein Interview mit dir?

Ewa: Möglich. Aber versprechen kann ich nichts. Sollte das mit dem Typen doch was Ernsteres werden, dann eher nicht. Weil so wie ich ihn bereits kenne, fände er das nicht so cool. 

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Beziehungsphobie ist gar nicht so selten!

BCJ: Dann hoffen wir mal das Beste.

Dann stand Ewa auf, zog langsam ihren Daunenmantel über ihren engen Jeans, gewährte noch einen  kurzen Blick auf ihren eng sitzenden roten Rolli unter dem die Sünde bebte, warf ihre blonde Mähne gekonnt nach hinten, lächelte noch einmal und verschwand dann hinaus in den kalten Februar. Wenigstens hat sie eine gewaltige Hitze im Cafe zurückgelassen. Denn es schien so, als ob mindestens ein dutzend Männeraugen ihre Schritte im Schnee verfolgten, bis sie langsam in die Zionskirchstrasse einbog und nicht mehr zu sehen war.

Ewa hates Grafiti btw.